Rund um Sekretariat, Caddyraum, Biergarten, Driving Range und Grün 18 stehen einige der ältesten Bäume unserer Anlage. Manche von ihnen sind bereits mehr als 100 Jahre alt und gehören damit schon seit Generationen zu Schönbronn. Damit das möglichst lange so bleibt, wurden sie in diesen Tagen fachgerecht gepflegt und zurückgeschnitten.
Die großen Kastanien rund um den Biergarten gehören genauso dazu wie die Eschen an der 18. Sie spenden Schatten, begleiten den Weg hinaus vom Sekretariat zur Übungsanlage und sind über viele Jahrzehnte zu einem selbstverständlichen Teil von Schönbronn geworden.
Einige dieser Bäume reichen zurück bis in die Zeit Hofrat Friedrich Ritter von Hessing. Eine Verbindung, die heute vielleicht nicht mehr jedem bekannt ist: Friedrich Hessing wurde 1838 in Schönbronn geboren und wurde später als Orthopädietechniker und Gründer der heutigen Hessing Kliniken bekannt. Auch unser Hofgut trägt seine Geschichte bis heute. Das heutige Clubhaus wird in der Bayerischen Denkmalliste als ehemaliges „Hessing’sches Gut“ geführt und auf das Jahr 1898 datiert. Hessing hinterließ auch ganz in unserer Nähe weitere Spuren: 1894 erwarb er das Wildbad in Rothenburg ob der Tauber und ließ dort die bis heute erhaltene, eindrucksvolle Kuranlage entstehen. Zwischen 1894 und 1903 wurde sie im Stil des Historismus ausgebaut. Auch den weitläufigen Park des Wildbads ließ Hessing gestalten – mit Baumarten wie Eschen, Linden, Ahorn und Kastanien.
Ein so alter Baumbestand braucht besondere Aufmerksamkeit. Die trockenen Jahre der vergangenen Zeit haben auch hier ihre Spuren hinterlassen. Deshalb war in diesen Tagen ein erfahrener Baumpfleger bei uns im Einsatz, um notwendige Arbeiten mit einer Hubarbeitsbühne fachgerecht durchzuführen.
Durch den gezielten Rückschnitt werden die Kronen entlastet und die Voraussetzungen dafür geschaffen, die Bäume möglichst lange gesund und vital zu erhalten. Gerade die großen Kastanien rund um unseren Biergarten sind im Sommer wertvolle natürliche Schattenspender.
Gleichzeitig gehört bei alten Bäumen die Verkehrssicherheit zu einer verantwortungsvollen Pflege. Dürre und abgestorbene Äste werden entfernt, bevor sie abbrechen und zur Gefahr für Golfer, Gäste oder Mitarbeiter werden können. Das bei den Arbeiten anfallende Schnittmaterial wird anschließend abtransportiert und gehäckselt.
Eine besondere Rolle spielen unsere Eschen vor dem Weiher an Grün 18. Sie bleiben erhalten – und gerade bei dieser Baumart ist das heute alles andere als selbstverständlich.
Seit Jahren setzt das sogenannte Eschentriebsterben der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) in Deutschland stark zu. Ursache ist ein eingeschleppter Pilz. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass einzelne Eschen deutlich besser mit der Erkrankung zurechtkommen. Vitale Exemplare sind deshalb für den langfristigen Erhalt der Baumart besonders wertvoll und sollen nach den Empfehlungen der Fachleute möglichst erhalten werden.
Bei einem früheren Termin hatte Franziska Wenger, Landschaftsökologin und Naturschutzexpertin des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) auf die besondere Bedeutung unserer Esche an der 18 hingewiesen. Und sie hat noch eine zweite, für uns Golfer ziemlich entscheidende Aufgabe: Sie gehört zum Spiel. Der Schlag über die Bäume vor dem Weiher ist Teil des Charakters unserer 18 – und das soll auch so bleiben.
Bis zu unseren Golfpark-Meisterschaften am Wochenende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann kehrt rund um die alten Bäume wieder Ruhe ein – mit dem Ziel, dass sie uns noch möglichst viele Jahre erhalten bleiben.
Denn was über Jahrzehnte und teilweise Generationen gewachsen ist, verdient vor allem eines: dass wir gut darauf achten.




