Wer in diesen Tagen über unseren Golfplatz geht, sieht einen Sommer, der seine Spuren hinterlässt. Trockene Wiesen, warme Böden, hohe Temperaturen. Und mittendrin: unsere Grüns. Grün, gesund und bespielbar.
Da liegt eine Frage ziemlich nahe:
Woher kommt eigentlich das ganze Wasser?
Die Antwort beginnt nicht auf dem Grün. Und auch nicht an einem Brunnen.
Sie beginnt rund einen Kilometer entfernt vom Golfplatz – bei zwei Weihern, die schon seit mehr als 100 Jahren zum Hessischen Hofgut gehören.
Bei Speierhof befinden sich unsere beiden sogenannten Himmelsweiher. Gemeinsam verfügen sie über ein Speichervolumen von rund 60.000 Kubikmetern – das entspricht etwa 60 Millionen Litern Wasser.


Gespeist werden sie vor allem durch Niederschläge. Bei Starkregenereignissen und während der regenreicheren Wintermonate füllen sich die Becken und werden damit zu einem wichtigen Bestandteil unseres Wassermanagements.
Denn für die Bewässerung unseres Golfplatzes haben wir uns ganz bewusst gegen das Bohren eigener Brunnen und gegen die Entnahme von Grundwasser entschieden.
Stattdessen arbeiten wir mit dem Wasser, das uns die Natur zur Verfügung stellt.
Und dieses Wasser legt einen erstaunlichen Weg zurück: Zu Beginn der Saison dient zunächst der hintere Speicherweiher zur Versorgung, ab etwa Juli wird zusätzlich Wasser aus dem vorderen Becken genutzt. Von dort wird es über eine Strecke von rund 1.000 Metern zum Golfplatz geleitet.
Über den Schwarzweiher an Bahn 1 gelangt es weiter in den Schlossweiher und schließlich in die Pumpbehälter am Hofgut. Drei leistungsstarke Pumpen bringen das Wasser mit rund 8 bar Druck zu den automatisch gesteuerten Regnern auf unserem Platz.
Warum überhaupt bewässern?
Ein Golfplatz muss auch im Hochsommer nicht von der ersten bis zur letzten Fläche sattgrün sein. Weniger intensiv genutzte Bereiche dürfen sich während längerer Trockenperioden verändern und trockener werden.
Bei Grüns und Abschlägen sieht das anders aus.
Der Deutsche Golf Verband weist darauf hin, wie stark hohe Temperaturen die bei uns verbreiteten Rasengräser beanspruchen können. Mit steigenden Temperaturen nimmt die Verdunstung über Boden und Pflanze zu, die Gräser geraten unter Hitze- und Trockenstress.
Deshalb geht es bei der Bewässerung nicht darum, unseren Golfplatz um jeden Preis möglichst grün aussehen zu lassen. Wasser wird gezielt dort eingesetzt, wo es für den Erhalt gesunder und funktionsfähiger Spielflächen benötigt wird.
Priorität haben unsere Grüns und Abschläge. Wenn die vorhandenen Wasservorräte es zulassen, können auch Teile der Fairways bewässert werden.
Wasser ist nicht unbegrenzt
Wie abhängig unser System trotz seiner Speicherkapazität vom Niederschlag bleibt, zeigen die unterschiedlichen Wasserstände unserer Himmelsweiher eindrucksvoll. In niederschlagsreichen Monaten und nach entsprechenden Regenereignissen füllen sich die Speicher, in langen trockenen Phasen sinken die Wasserstände sichtbar.
Hinzu kommt eine landschaftliche Besonderheit: Unser Golfpark liegt auf der Europäischen Wasserscheide auf der Frankenhöhe. Von diesem Höhenzug nimmt Wasser seinen Weg in unterschiedliche Flusssysteme und letztlich entweder in Richtung Nordsee oder Schwarzes Meer. Für unseren Standort bedeutet diese Lage zugleich ein begrenztes Einzugsgebiet für Niederschlagswasser.
Auch deshalb beobachten wir die Entwicklung zunehmend trockener Sommer aufmerksam und mit Sorge. Der Deutsche Golf Verband beschäftigt sich intensiv mit dieser Entwicklung und nennt unter anderem ausreichend dimensionierte Speicherteiche, eine optimierte Beregnung und eine an die klimatischen Bedingungen angepasste Platzpflege als wichtige Bausteine eines verantwortungsvollen Wassermanagements.
Golf & Natur – bei uns eng miteinander verbunden
Bereits im Rahmen unserer Zertifizierung im Qualitätsmanagementprogramm „Golf & Natur“ des Deutschen Golf Verbandes wurde unser Bewässerungssystem ausdrücklich hervorgehoben. Dabei wurde dokumentiert, dass unsere Golfanlage mit Regen-, Schmelz- und Oberflächenwasser bewässert wird.
Unser Golfpark umfasst mehr als 75 Hektar, knapp 40 Hektar davon sind naturbelassen. Wasserflächen, Wiesen, Gehölze und andere naturnahe Bereiche sind damit ein wesentlicher Bestandteil unserer Anlage.
Unsere Weiher zeigen besonders schön, wie eng dabei verschiedene Funktionen miteinander verbunden sein können: Sie prägen die Landschaft, bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen – und einige von ihnen sind gleichzeitig Teil unseres Wassersystems.
Golf und Natur finden in Schönbronn nicht nebeneinander statt. Beides gehört zusammen.
Und wenn sich an einem heißen Sommermorgen jemand fragt, warum unsere Grüns noch so schön grün sind, steckt dahinter eine ziemlich lange Geschichte:
zwei über 100 Jahre alte Weiher, rund 60 Millionen Liter Speichervolumen, etwa ein Kilometer Wasserweg, drei Pumpen – und ein bewusster Umgang mit dem Wasser, das uns die Natur zur Verfügung stellt.

